GKK bestätigt Zielwert von 17 Millionen Euro: GPLA als Kopfgeldjagd auf Unternehmer

Graz, 16.03.2018

Die Gebietskrankenkassen haben klare Zielwerte für Nachforderungen aus Prüfungen lohnabhängiger Abgaben vorgegeben. Für Unternehmer können die daraus resultierenden Nachforderungen enorm sein. Der Wirtschaftsbund Steiermark sieht darin eine Kopfgeldjagd auf die Unternehmer und verurteilt dieses Vorgehen.

Nachdem erst im Februar die Mängel-Vorgaben für Arbeitsinspektoren an die Öffentlichkeit kamen, wird jetzt bekannt, dass diese Vorgehensweise kein Einzelfall ist. Auch bei den Gebietskrankenkassen (GKK) gibt es offenbar Zielwerte für Prüfungen lohnabhängiger Abgaben (GPLA). Im Jahr 2017 wurde als Ziel für die steirische GKK definiert, 17 Millionen Euro aus der GPLA zu lukrieren – dieser Wert wurde sogar um rund ein Prozent übertroffen. Diese internen Zielwerte werden auch seitens der steirischen GKK-Generaldirektorin, Andrea Hirschberger, bestätigt. Die Chefin der Wiener GKK, Ingrid Reischl, spricht sogar von „strengen Zielvorgaben“ für Prüfer.

Aus diesem Grund fordert WB-Landesgruppenobmann Präsident Ing. Josef Herk in dieser Causa „lückenlose Aufklärung“. Denn der Wirtschaftsbund Steiermark ortet darin eine gezielte Hetze gegen Unternehmer. „Ich bin entsetzt, wie mit unseren Unternehmern umgegangen wird. Nach dem Arbeitsinspektorat sind nun die Kopfgeldjäger der GKK in der Republik unterwegs“, so Mag. (FH) Kurt Egger, Direktor Wirtschaftsbund Steiermark.

Die GPLA wird von Finanz und GKK durchgeführt. Dabei wird die korrekte Anmeldung, die Zahlung der SV- und Pensions-Beiträge sowie die Lohnsteuer und die diversen Zuschläge überprüft. Für die Betriebe ergeben sich daraus oft erhebliche Nachforderungen durch Finanzamt und GKK.

Deshalb bekräftigt Egger: „In der nächsten Sitzung der Kontrollversammlung der GKK werden wir das mit Sicherheit thematisieren. Wir lehnen diese Vorgehensweise klar ab, schließlich geht es um den Schutz unserer Unternehmer!“

 

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