Verfehlte Reform für Privatinsolvenzen – Steigende Zahl der Privatinsolvenzen schadet der Wirtschaft

Graz, 13.03.2018

Seit der Gesetzesnovelle für Privatinsolvenzen im November 2017 haben deutlich mehr Steirer Privatkonkurs angemeldet. Für die steirische Wirtschaft bringt das einen erheblichen Schaden mit sich. Der Wirtschaftsbund Steiermark fordert einen fairen Interessensausgleich zwischen Gläubigern und Schuldnern.

 

 

Die Zahl der Neuanträge für eine Privatinsolvenz ist laut Schuldnerberatung seit August 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent gestiegen, auch der Erstkontakt bei der Anlaufstelle ist seit Inkrafttreten der Reform für Privatkonkurse um ein Fünftel gestiegen.

Für den Wirtschaftsbund Steiermark sind diese Entwicklungen bedenklich, denn die steigende Zahl der Privatinsolvenzen zieht negative Auswirkungen für die Wirtschaft nach sich. „Hinter jedem Schuldner stehen Gläubiger. Für kleine und mittlere Unternehmen können mehrere Privatinsolvenzen existenzbedrohend werden. Gerade unsere klein strukturierte Wirtschaft sorgt für Arbeitsplätze und Wohlstand vor allem im ländlichen Raum“, erklärt Mag. (FH) Kurt Egger, Direktor Wirtschaftsbund Steiermark.

Der Wirtschaftsbund Steiermark spricht sich nicht gegen Erleichterungen für redliche Schuldner aus, es muss aber geeignete Anreize geben, Schulden zu einem gewissen Teil zurückzuzahlen. Egger sieht Landesrätin Kampus gefordert: „Die Hürden für das Schuldenmachen zu senken, ist definitiv ein falsches Signal. Wir fordern einen fairen Ausgleich zwischen den Interessen der Schuldner und der Gläubiger!“

von Kurt Egger

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