Anpassungen im AMS längst überfällig: Betriebliche Lehre muss Vorrang vor überbetrieblicher Lehre haben

Graz, 29.03.2018

Die Anpassung der überbetrieblichen Lehrausbildung des AMS wird vom Wirtschaftsbund Steiermark begrüßt. In Zeiten des Facharbeitermangels fordert WB-Direktor Kurt Egger die öffentlichen Mittel effizienter einzusetzen und damit die betriebliche Ausbildung zu fördern.

 

 

 

Erfreut zeigt sich der Wirtschaftsbund Steiermark über die geplanten Anpassungen im Arbeitsmarktservice (AMS). Vor allem die Reduktion der überbetrieblichen Lehrausbildung ist aus Sicht der Wirtschaft dringend notwendig. „Viele Unternehmerinnen und Unternehmer suchen verzweifelt Lehrlinge. Statt in der Wirtschaft zu arbeiten, absolvieren die Fachkräfte von morgen aber ihre Ausbildung über das AMS – das ist nicht zielführend“, so Mag. (FH) Kurt Egger, Direktor Wirtschaftsbund Steiermark.

Der Wirtschaftsbund Steiermark sieht die überbetriebliche Lehrlingsausbildung kritisch, da die Lehre vor allem in Betrieben erfolgen sollte, die Ausbildung in Lehrwerkstätten ist für viele Jugendliche  aber als Vorbereitung auf die Arbeitswelt in einem Betrieb sinnvoll. „Vorrangiges Ziel muss es sein, Jugendliche in Unternehmen auszubilden. Wo das nicht möglich ist, sind vorbereitende Maßnahmen seitens des AMS zu treffen. Die Ausbildung sollte aber in enger Abstimmung mit der Wirtschaft erfolgen, damit sie auch tatsächlich der Nachfrage am Arbeitsmarkt entspricht“, fordert Egger.

150 Millionen Euro fließen jährlich von der öffentlichen Hand in die überbetriebliche Ausbildung. Geld, das laut Egger besser in der betrieblichen Lehrstellenförderung investiert sei. Denn dem aktuellen Forschungsbericht des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) zufolge kostet ein Ausbildungsplatz in überbetrieblicher Lehre dem Staat jährlich 16.130 Euro, während die Kosten für einen Lehrling in betrieblicher Ausbildung jährlich 6.276 Euro betragen. Auch eine weitere Studie des ibw und des Österreichischen Instituts für Berufsbildungsforschung (öibf) zur „Evaluierung der Lehrstellenförderung des AMS Österreich“ aus dem Jahr 2017 bestätigt, dass aus Sicht des Ausbildungs- und Arbeitsmarkterfolges sowie auch der Kosten für das AMS die betriebliche Lehrstellenförderung des AMS etwa im Vergleich zur überbetrieblichen Ausbildung grundsätzlich sowohl als effektiver als auch als effizienter (d.h. weniger kostenintensiv) einzuschätzen sei, wenngleich nicht für alle Jugendliche realisierbar.

von Kurt Egger

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