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Land, Wirtschaftskammer und Exekutive schließen Sicherheitsallianz

Sicherheit ist ein sehr wesentliches und ob der alarmierenden Kriminalstatistiken leider auch ein sehr aktuelles Thema für unsere 55.000 Unternehmen in der Steiermark. Aus diesem Grund wollen wir als Vertreter der gewerblichen Wirtschaft alles tun, um die Sicherheitssituation in unserem Land zu stärken und zu verbessern, “ betont der Präsident der Wirtschaftskammer Steiermark, Ulfried Hainzl, in einer gemeinsam mit Wirtschafts-, Innovations- und Finanzlandesrat Christian Buchmann und der Landespolizeidirektion Steiermark initiierten Pressekonferenz.

Land, Wirtshaftskammer und Polizei ziehen beim Thema Sicherheit in Zukunft an einem Strang und dies mit einer Fülle von Maßnahmen und Aktivitäten. „Unser Land zählt zwar zu den sichersten Ländern der Welt, doch alleine die um 18,2% gestiegene Anzahl an Einbrüchen in Firmen und Geschäftslokale im Jahr 2009 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2008 geben Anlass zur Sorge. Rasches und nachhaltiges Handeln ist deshalb angesagt, dann können wir dem Ruf als sicherstes Land mit höchster Lebensqualität gerecht werden,“ führt Landesrat Buchmann aus.

4 von 5 Unternehmen fühlen sich in der Steiermark sicher

Laut einer aktuellen Umfrage des Market-Instituts, “ sagt Hainzl,“ halten fast 70% der Unternehmer ein hohes Sicherheitsniveau für sehr wichtig in Bezug auf die Qualität eines Wirtschaftsstandorts. 80% der Unternehmen fühlen sich in unserem Land sehr sicher oder sicher. 4 von 10 Betrieben äußern sich besorgt hinsichtlich Diebstahl und Einbruch.“ Die Umfrage fördert auch zutage, dass jene Betriebe, die bereits Opfer von kriminellen Handlungen wurden, sich tendenziell weniger sicher fühlen als andere. „Für die nächsten Jahre rechnen die Unternehmer mit einer Verschlechterung der Sicherheitssituation und wollen dagegen auch geeignete Maßnahmen setzten,“ führt Hainzl weiter aus.


Förderung der betrieblichen Sicherheit für steirische Kleinbetriebe

Vor allen durch Einbrüche und Einbruchsversuche entstehen oftmals sehr hohe Schäden. „Neben dem Verlust des Warenwertes kommt es zu nicht unbeträchtlichen Folgeschäden durch Sachbeschädigungen,“ gibt Christian Buchmann zu bedenken. „Sicherheitsstatistiken belegen aber auch, dass sichtbare Einbruchspräventionsmaßnahmen bis zu 80% abschreckend wirken,“ ist Buchmann zuversichtlich und verweist in diesem Zusammenhang auf das seitens des Wirtschaftsressorts eigens aufgesetzte Förderprogramm „Sicherheit für steirische Kleinbetriebe“ zur Steigerung  der betrieblichen Sicherheit in der Steiermark.
Durch diese Förderung sollen Kleinunternehmen der gewerblichen Wirtschaft motiviert werden, die sicherheitstechnischen Rahmenbedingungen zum Schutz vor Einbrüchen in ihren Unternehmen und zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verbessern. Damit sollte ein wichtiger Schritt zu einer besseren Absicherung der Betriebsstätten in der Steiermark getan sein, “ erläutert Buchmann.
Die Förderungsabwicklung erfolgt über die Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SFG) in Form von „Sicherheitsschecks“ bis zu einer Höhe von maximal 1500 Euro. Damit wird maximal ein Drittel der Kosten von höchstens 4.500 Euro gefördert. Insgesamt stehen 800.000 Euro zur Verfügung.

 

Unternehmen von zunehmender Kriminalität betroffen 

Österreich ist zwar eines der sichersten Länder der Welt. Trotzdem ist Kriminalprävention wichtig und daher schließt die steirische Polizei eine weitere Sicherheitsallianz mit der Wirtschaftskammer. Die Kooperation der Steirischen Polizei mit der Wirtschaftskammer auf dem Sektor der Kriminalprävention und Aufklärung ist bereits jetzt beispielhaft, “ betont der stellvertretende Leiter der Polizeidirektion Steiermark, Generalmajor Wolfgang Lackner.
Sichtbare Zeichen im Rahmen der Kriminalitätsbekämpfung sind auch notwendig, wirft man einen genaueren Blick auf die aktuellsten Kriminalitätsstatistiken. „2009 gab es beispielsweise um 18,2% mehr Einbruchsdiebstähle in Büro- und Geschäftsräume, absolut betrachtet weit über 1.300. Die Einbrüche in Geldinstitute haben sich im abgelaufenen Jahr gegenüber 2008 fast verdreifacht. Fast jede fünfte Tankstelle in der Steiermark wurde 2009 Opfer eines Einbruchs. Ladendiebstähle wurden über 2.450 registriert. Bei den Automateneinbrüchen fiel die Zunahme mit 38,9% ebenfalls erschreckend hoch aus, “ so das ernüchternde Resümee des Kriminalisten.
Die finanziellen Einbußen sind enorm und spielen sich, ersten Schätzungen zufolge, alleine im Bereich des Ladendiebstahls in der Steiermark im zweistelligen Millionenbereich ab, “ gibt Wirtschaftskammerpräsident Hainzl zu bedenken. „Durch Betriebs- und Wirtschaftsspionage entstehen in Gesamtösterreich gar Schäden im Ausmaß von unglaublichen 3 Milliarden Euro pro Jahr!“ 

 

Fortsetzung der Kooperation zwischen Wirtschaftskammer und Polizei

Kooperationen im Bereich Sicherheit zwischen Wirtschaft und Polizei gibt es in der Steiermark schon seit längerer Zeit. In den vergangenen Jahren wurden bereits einige erfolgreiche Projekte gestartet, die in der kommenden Zeit auch fortgeführt bzw. ausgebaut werden:
Ein besonders erfolgreiches Modell ist beispielsweise der SMS-Infodienst, ein bedarfsorientiertes Informations- und Warnsystem auf SMS-Basis für gewerbliche Unternehmen, wobei der Schwerpunkt auf den Handelsbetrieben liegt. Im Rahmen der Kooperation soll das bestehende System evaluiert und verbessert werden.
Der Anstieg an Wettcafeüberfällen hat zu einer Kooperation zwischen den beiden Institutionen geführt. Die gemeinsamen Anstrengungen haben einen Rückgang bewirkt.
Auch die Branchen der Tankstellen und Trafiken haben Eingang in die gemeinsamen Vorbeugungsmaßnahmen gefunden. Gleichermaßen wurden Fachseminare für Drogisten und Juweliere gestaltet, die vorwiegend eine Verhaltensoptimierung bei Überfällen zum Inhalt hatten.
Im Bereich der Banken gab es in den letzten Jahren einen eigenen Bankengipfel, in dessen Mittelpunkt Präventionsmaßnahmen gegen Einbrüche und Überfälle standen. 

Service- und Kommunikationsoffensive: Roadshow zum Thema Sicherheit
Die steirische Wirtschaft setzt über die Kooperation mit der Polizei hinaus noch weitere Akzente, um die betriebliche Sicherheit in der Steiermark zu steigern. „Neben wöchentlichen Sicherheitstipps in der Kammerzeitung Steirische Wirtschaft und einer generellen Kommunikationsoffensive wird es heuer auch eine eigene Roadshow in den steirischen Regionen zum Thema Sicherheit und Einbruchsprävention zusammen mit der Polizei geben, “ kündigt Hainzl an.
Weiters ist aber auch das Thema Daten- und IT-Sicherheit von besonderer Bedeutung für die gewerbliche Wirtschaft. „90% der Unternehmen verfügen über einen Internetanschluss, 78% über Sicherheitslösungen, 68% über eine Datensicherung. Über 60% der steirischen Betriebe bestellen Waren und Dienstleistungen via Internet. Die Gefahr, Opfer von Spams, Viren oder Passwortmissbrauch etc. zu werden, ist allgegenwärtig, “ betont der Wirtschaftskammerpräsident. Die Kooperationspartner werden ihr bestehendes Schulungsangebot in diesem Bereich ausweiten, umfassende Informationsangebote erstellen sowie individuelle Sicherheits- und Servicepakete schnüren, damit das Bewusstsein zum Thema IT-Sicherheit und möglichen Präventionsmaßnahmen insbesondere bei den österreichischen Klein- und Mittelunternehmen und deren Mitarbeitern geschärft wird.