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Unternehmer des Monats im Juli – Konrad Prettner

13 Jahre lang war Konrad Prettner in der Büromöbelbranche als Senior Gebietsleiter tätigt. „In dieser Zeit habe ich wie ein Selbständiger mit meinem Team gearbeitet und gewirtschaftet“, beschreibt Prettner seine anfängliche Berufserfahrung.  Schon damals beschäftigte sich Prettner mit körperlichen Maßen und entwickelte Sonderanfertigungen für seine Kunden.  Den Sprung in die Selbständigkeit wagte Konrad Prettner schließlich mit dem Kunsthandel.

Es war immer für mich klar, dass ich mich irgendwann selbständig machen möchte.

Damit habe ich mir aber keinen Druck gemacht sondern ich habe nach dem ´Passenden´ gesucht und auf den richtigen Moment gewartet.“

Im Kunsthandel fasste Prettner bei der Galerie artmosphere schnell Fuß. „Als wir damals spezielle Prospektständer benötigten und keine adäquaten gefunden haben musste ich selbst Hand anlegen“, erzählt Prettner. Aus der Notwendigkeit wurde wie sich später heraus stellte eine weitere berufliche Herausforderung und der erste Schritt zur eigenen Unternehmensgründung. Prettner erhielt im September 2003 das Patent für seine  innovativen wandelbaren „hello!“ Prospektständer. Bereits 2004 waren seine Produkte bei 20 Büromöbelhändlern in Österreich erhältlich, mittlerweile in den 96 exklusivsten Schauräumen in Ö, BRD, CH, Liechtenstein und 5 Hauptstädten Osteuropas. Sein Angebot? Eine Produktfamilie – vordergründig aus Acrylglas, die verschiedenste Unterlagen präsentiert. Die Besonderheit seiner Prospektständer ist ihre Wandelbarkeit und Flexibilität in Bezug auf die verschiedenen Formate und Varianten von Prospekten und Folder. Durch die wandelbaren Ebenen und das besondere Design sind die Prospektständer zeitlos und passen sich wunderbar den individuellen Bedürfnissen seiner Kunden an. Die Prospektständer werden in moderner Umgebung wie zb. im Kunsthaus Graz aber auch in klassischer Umgebung wie zb. im Schloss Belvedere, im Grazer Kongress oder von Unternehmen wie Gaulhofer oder Odörfer in allen Schauräumen Österreichs eingesetzt. „Meine Prospektständer setzen Akzente für meine Kunden und sind durch die wandelbaren Elemente einzigartig und flexibel einsetzbar“, sagt Prettner stolz.

2010 zeichnete die Sparte Information & Consulting der WK Steiermark Konrad Prettner für seine innovativen Ideen – konkret für den Prospektständer „hello 5e“ mit eingebautem Bildschirm mit dem „Innoward 2010“ in der Kategorie „Produkt und Design“ aus.  „Das war ein toller Erfolg für mich“, sagt Prettner und erzählt weiter: „Bei der Verleihung kam damals GR Kurt Hohensinner auf mich zu und fragte ob ich auch eine flexible Rollstuhlrampe für die Stadt Graz entwickeln könne.“ Das sollte der Beginn für die erste Projektephase „Materialbeschaffung und Produktentwicklung“ für die heutige Rollstuhlrampe „roll up!“ sein. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Schulungszentrum Fohnsdorf, der Stadt Graz, der FH Campus02 und dem Innolab arbeitete Konrad Prettner hart an der Umsetzung. Über 260 Mannstunden Arbeitszeit  flossen in die Produktidee - die sich heute wirklich sehen lassen kann. Ohne zu wissen ob das Produkt jemals auf den Markt kommt übernahm Prettner mit Elan und voller Tatendrang den Auftrag für die Stadt Graz eine flexible Rollstuhlrampe zu entwickeln.

„Ich hatte von Beginn an auch großes Eigeninteresse diese Produktidee zu realisieren und letztendlich auch auf den Markt zu bringen“, schildert Prettner und sagt weiter:

Für mich ist es selbstverständlich, dass Barrierefreiheit für jeden Unternehmer Thema ist.

Und zwar nicht von der eigenen Betroffenheit heraus sondern unabhängig davon. Denn jeder von uns kann von einem Moment zum anderen „behindert“ sein. Dabei denke ich zb. an einen Lieferanten der schwer zu tragen hat oder Mütter mit Kinderwagen. In diesem Moment sind diese Personen gehandicapt und tun sich bei Gehsteigen oder Stiegenaufgängen schwerer. „roll up!“ ist ein Produkt für Menschen mit Handicap – nicht nur für Rollstuhlfahrer.“
 
Aus der Idee und dem persönlichen Engagement von Konrad Prettner entstand im Juli 2012 „roll up!“ – ein Werbeständer aus Edelstahl, der bei Bedarf binnen 30 Sekunden zu einer Rollstuhlrampe aufgeklappt werden kann und so Rollstuhlfahrer und Begleitpersonen in ein Gebäude oder Geschäft leitet. „Bei der Namensgebung ist mir wichtig gewesen, dass es eine klare Verbindung zum Produkt gibt“, sagt Prettner. Überall dort wo in Gebäuden bzw. Geschäften aus Platzgründen keine fixe Rampe gebaut werden kann ist „roll up!“ gut einsetzbar. Prettner bringt die Vorteile auf den Punkt: „Ein wasserdichter DIN A2 Poster-Wechselrahmen steht zur Präsentation von Informationen zur Verfügung, der bunte Schriftzug und das Rollstuhlsymbol sowie der Pfeil haben Signalwirkung und schaffen die notwendige Aufmerksamkeit, die Alu-Rampe kann ganz einfach von einer Begleitperson auseinander geklappt werden – nach Gebrauch kann roll up! zusammen gefaltet und platzsparend gelagert werden, mit 350 kg belastbar, sechs Griffe dienen dem Handling, die zu fixierende Kette als Klemmschutz und die Rollen zum Transport, das gestanzte Material ist rutschhemmend und wasserabweisend zu gleich. Außerdem darf „roll up!“ - innerhalb 80 cm ab Gebäudegrenze vor jedem Eingang aufgestellt werden. Ein wichtiger Aspekt für Unternehmer – egal ob im Handelsbereich oder bspw. in der Gastronomie. Aber nicht nur diese produktspezifischen sondern auch weitere – durchaus wirtschaftliche Aspekte sollten Unternehmen dazu bewegen, unabhängig von einer Verpflichtung für eine behindertengerechte Ausstattung, Menschen mit Handicap einen barrierefreien Zugang zu ihrem Geschäft oder Unternehmen zu ermöglichen",  stellt Prettner klar und bringt auch ein wirtschaftliches Beispiel aus dem Tourismus: „6,7 % der Österreicher sind „bewegungseingeschränkt“, das sind 476.000 Personen in Österreich, EU-weit sogar 10%. 68% der österreichischen Rollstuhlfahrer machen Urlaub (davon 31% in Österreich) Hinzu kommen die vielen deutschen Rollstuhlfahrer, die nach Österreich reisen. 580.000 mobilitätseingeschränkte Reisende führen (inkl. Begleitpersonen) in Europa zu 36 Mio. Nächtigungen pro Jahr. 31% aller Menschen mit Handicap verzichten aus finanziellen Gründen, 26% wegen zu vieler Barrieren. Darin besteht Handlungsbedarf für uns Unternehmer!“

Barrierefreiheit bedeutet für Konrad Prettner immer auch Mobilität: „Bei der Entwicklung von „roll up!“ war es mir wichtig ein Produkt zu entwickeln, dass einfach und schnell Barriefreiheit in Städten, Geschäften – in allen Gebäuden, Straßenzügen oder auf Gehsteigen ermöglicht. Letztendlich geht es um das Ziel, dass jeder Mensch die Möglichkeit hat alles zu jedem Zeitpunkt zu erreichen. Für mich geht es dabei um Mobilität, Lebensqualität und ein barrierefreies Leben für jedermann."

Mit „roll up!“ hat Konrad Prettner dieses Ziel erreicht. „Jetzt geht es darum, dass das Produkt auch in die Geschäfte, zu den Unternehmen zu bringen. Egal ob für Veranstaltungen und Präsentation im eigenen Unternehmen oder außerhalb – roll up! kann und soll vor allem bei kleineren Geschäften/Gastronomiebetrieben eingesetzt werden, wo lange Rampen zb. nicht gebaut werden können oder aus Platzgründen oder aufgrund eines Denkmalschutzes nicht errichtet werden können. Es gibt erste Ansätze, dass mehrere Kunden sich zusammen schließen und gemeinsam einen roll up! nutzen.“, erzählt Prettner und appelliert abschließend:

Barrierefreiheit und Mobilität ist ein Thema das uns alle betrifft und dazu„bewegen“ sollte etwas für Menschen mit Handicap zu tun.


Nähere Informationen über „roll up!“ – der mobilen Rollstuhlrampe mit integriertem Werbeständer - und über die innovativen Prospektständer von Konrad Prettner finden Sie unter www.hello365.at.

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