Zu diesem Thema wurde Montag Abend im „Club 1“ der letzten Wirtschaftsbund Tour diskutiert. Am Podium: WB-Spitzenkandidat WK-Präsident Ulfried Hainzl, WB-Obmann LR Christian Buchmann, die WK-Vizepräsidenten Regina Friedrich und Benedikt Bittmann, sowie die Grazer Regionalstellenobfrau Sabine Wendlinger-Slanina.
„In Graz ist es fast unmöglich gute Lehrlinge zu bekommen. Fast 70 Prozent der Schüler besuchen die AHS – weil in den Schulen der duale Bildungsweg – nämlich Berufsausbildung durch Lehre UND Matura überhaupt nicht andiskutiert wird.“, kritisierte Wendlinger-Slanina. „Was uns schadet, ist ein Bildungssystem, das stillsteht. Der Arbeitsmarkt ändert sich dynamisch, hingegen wirkt das Schulsystem aus wirtschaftlicher Sicht statisch “, analysierte Bittmann. Punktgenau hingegen bildet die Wirtschaftskammer aus: „Punktgenau ist aber auch die Ausbildung in den Betrieben selbst. In der Wirtschaftskammer helfen wir mit Lehrlings- und Meisterstelle. Mit dem WIFI, das sehr genau evaluiert, wo Bildungsnachfragen groß sind und dem Campus 02 ist lebenslanges Lernen mit Erfolgsgarantie sichergestellt“, so Friedrich. Mangelhaft sei noch immer das österreichischen Schulsystem, ortete Hainzl: „Wir haben bei uns das teuerste Bildungssystem – sind aber in Vergleichsstudien bei weitem nicht die Besten, wenn Wissen abgefragt wird. Wir müssen darüber diskutieren, was die Wirtschaft braucht und was wir für die Zukunft unserer Kinder wollen. Wir müssen Perspektiven aufzeigen und Chancen ermöglichen. Ein Bildungssystem, wo alle ins Gymnasium strömen und die Hauptschulen zu Restschulen verkommen ist hier nicht dienlich“, so Hainzl. Buchmann dazu: „Wenn wir nur darüber reden, Schulnoten abzuschaffen, möglichst viele schulautonome Tage zu bekommen oder wie lange Lehrer nun tatsächlich in der Schule bleiben müssen bleibt die Zukunft der nächsten Generation und die Zukunft der dringend benötigten Fachkräfte auf der Strecke!" Hainzl und Buchmann waren sich hier einig: „Die Lösung heißt Vernetzung und Durchlässigkeit im Bildungssystem. Eine Ausbildung, in der Praxis und Theorie verbunden werden und Investitionen in die geistige Infrastruktur sind jetzt dringend notwendig“, so der Vorschlag von Hainzl. Buchmann sieht die Steiermark in Punkto Forschung und Entwicklung – Vernetzung zwischen Universitäten und Betrieben auf einem sehr guten Weg, allerdings müsse auch hier Leistung belohnt werden: „Wenn wir in Bildung investieren, dann spreche ich mich auch für Studiengebühren aus. Für diese Gebühren müssen aber auch entsprechende Leistungen wie Forschungsplätze, angepasste Prüfungsmodi oder berufsbegleitendes Studieren umgesetzt werden“, so der WB-Obmann. „Die Kammer wird alle Hebel in Bewegung setzen, um das duale Ausbildungssystem am Bildungsmarkt konkurrenzfähig zu gestalten“, so Hainzl abschließend.
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