Leichtere Absetzbarkeit von Arbeitszimmern und Schonfrist bei Betriebsübergaben bringen weitere Entlastungen für Unternehmer

„Der Entlastungswunsch ist bei fast allen österreichischen Unternehmen spürbar: Beinahe 6 von 10 Unternehmen fordern eine weitere Senkung der Unternehmenssteuer sowie steuerliche Begünstigungen bei Ausschreibungen“, verweist WB Landesobmann Präs. Josef Herk auf das Wirtschaftsbarometer der WKO.

„Die Vision der Regierung für den Standort Österreich stimmt. Nun müssen wir alles daransetzen, den Weg der Entlastung für unsere Unternehmer auch fortzusetzen“, so Herk.

Leichtere Absetzbarkeit von Arbeitszimmern

Die Abschreibung des Arbeitszimmers und dessen Einrichtung erforderte bislang eine eindeutige räumliche Trennung zu anderen Wohnbereichen. „Diese Bestimmung entspricht nicht mehr der Arbeitswelt von heute und bedarf daher einer Anpassung an die technischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten der digitalen Zeit“, so Herk.

Ziel ist es, die Absetzbarkeit von Arbeitszimmern bis maximal 1.200 Euro jährlich (=100 Euro im Monat) im betrieblichen Bereich zu erleichtern, wenn für die Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Die Entlastungsmaßnahme soll mit dem ersten Teil der Steuerreform per 1.1.2021 in Kraft treten.

„Uns war es wichtig, dass alle Unternehmer gleichermaßen von dem Entlastungspaket profitieren können. Aus diesem Grund freut es mich sehr, dass die leichtere Absetzbarkeit von Arbeitszimmern insbesondere unsere 315.000 Ein-Personen-Unternehmen stärkt und mit unserer Unterstützung umgesetzt werden konnte“, so Herk.

Vereinfachung von Betriebsübergaben – „Grace Period“

Zwei Drittel der Betriebsübergaben erfolgen in Österreich innerhalb der eigenen Familie. Für den übernehmenden Familienteil können die täglichen Abläufe zu großen Herausforderungen führen. Zudem schrecken überbordende gesetzliche Bestimmungen oftmals von einer Übernahme ab. Die dadurch resultierenden Betriebsschließungen sind eine Mitursache für das österreichische Ortskernsterben.

Um die Absicherung der kommunalen Infrastruktur sicherzustellen, sieht das Regierungsprogramm künftig Erleichterungen für Betriebsübernahmen vor. Insbesondere soll eine sogenannte „Grace Period“ – zu deutsch „Übergangszeit“ – eingeführt werden. In der zweijährigen „Grace Period“ sollen nur die nötigsten betrieblichen Kontrollen durchgeführt werden, bevor nach deren Ende der Übertritt in das Regelwerk stattfindet. Zudem bekennt sich die Regierung dazu, widersprüchliche und überbordende Regelungen für Unternehmer zu bereinigen.

„Durch die Schaffung einer „Grace Period“ wird der Betriebsnachfolger unterstützt und eine nachhaltige Zukunft für die KMUs und Familienbetriebe sichergestellt. Der Grundsatz „Beraten statt Strafen“ muss auch weiterhin vorangetrieben werden“, so Herk.

Fachkräfteoffensive für den Standort Österreich: Weiterentwicklung der RWR-Karte

Der Fachkräftemangel hemmt die heimische Wirtschaftsleistung: Rund 88% der österreichischen Betriebe geben an, unter dem Mangel an ausgebildeten Mitarbeitern zu leiden. 40% der Unternehmer beklagen bereits Umsatzeinbußen, besonders betroffen ist die Tourismusbranche. Durch ein Maßnahmenpaket im Bereich der Qualifikation, welches u.a. die Weiterentwicklung der betrieblichen Lehre, die Stärkung des lebenslangen Lernens oder den Ausbau der MINT-Fachkräfte vorsieht, soll das österreichische Fachkräftepotenzial gestärkt werden.

Die Modernisierung der RWR-Karte soll zudem einen ersten Schritt zur kontrollierten und qualifizierten Zuwanderung setzen:

  • Antragsstellung vereinfachen: Digitalisierung nützen

Im ersten Schritt sollen Arbeitgeber auch die Möglichkeit haben, den Antrag online bei den Inlandsbehörden zu stellen. Ziel ist es, das gesamte Verfahren für Antragsstellende zu digitalisieren und somit den Workflow zwischen den einzelnen Behörden effizienter zu gestalten. „Die Digitalisierung für die Modernisierung der RWR-Karte zu nutzen, ist ein wichtiger Schritt. Dies wird nicht nur zur Effizienzsteigerung beitragen und Verfahren beschleunigen, sondern auch Antragssteller entlasten“, so XX.

  • Verfahren straffen

Notwendige Überprüfungen sollen in Zukunft nach Möglichkeit parallel durchgeführt werden, sodass die gesetzliche Verfahrensdauer von acht Wochen eingehalten wird. Bei Antragsstellung sollen auch englischsprachige Unterlagen akzeptiert werden. Auch das Ersatzkräfteverfahren zur Verfügbarkeit von inländischen oder europäischen Bewerbern soll evaluiert und bedarfsgerecht beschleunigt werden. Eine weitere Maßnahme zur Straffung der Verfahren ist der Entfall der ortsüblichen Unterkunft bei der RWR-Karte.

  • Gehaltsgrenzen werden überarbeitet, um Eintrittsbarrieren zu reduzieren

Die bisherige Zulassungspraxis zeigt, dass die derzeit verlangte Mindestentlohnung zu hoch ist: So soll etwa die ASVG-Höchstbeitragsgrundlage für Schlüsselkräfte bis 30 Jahre von 60% auf 50% gesenkt werden. Dadurch wird eine einheitliche Grenze für alle Altersgruppen von 50% geschaffen.

  • Punkteschema hinsichtlich Berufserfahrung und Qualifikation

Um eine realitätsnahe Betrachtungsweise zu gewährleisten, soll die Punktezuerkennnung für die Qualifikation gemeinsam mit der Berufserfahrung erfolgen. Tätigkeitsbezogene Berufserfahrung soll im Punktesystem explizit berücksichtigt werden. Zudem soll eine Vereinheitlichung der Sprachkenntnisse erfolgen.

  • Ausbau der Austrian Business Agency (ABA): Die Servicestelle für die RWR-Karte

Unternehmer und Antragssteller sollen sich im Sinne eines One-Stop-Shops unbürokratisch über den aktuellen Verfahrensstand informieren können.

von Lisa Wendler

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