Gespräch mit FG-Obmann Thomas Zenz

Was hat sich verändert, seit du Obmann bist?
In den zwei Monaten konnte ich natürlich nicht die Welt herumreißen.
Klar ist, unsere Branchenarbeit muss über den Green Panther hinausgehen. Mit dem Panther haben wir den größten Werbepreis Österreichs etabliert und das ist ein ganz tolles Zeichen der Wertschätzung aus der Branche und für die Branche. Es hilft auch, das Billigst-Bieter-Denken bei Ausschreibungen gerade im öffentlichen Bereich aus den Köpfen zu bringen. Aber die Tatsache, dass unsere tägliche Arbeit dermaßen von Google, Facebook und Co beeinflusst werden, lässt sich nur bedingt durch Events begegnen.

Das klingt jetzt nicht besonders aussagekräftig…
Auf den Punkt gebracht: Begriffe wie JQuery, UX, Affiliate, SEA, ASO, Bouncer-Rate, AJAX , SEO, bestimmen unser Arbeitsalltag.
Wir müssen als Branche unser Know-How weiter vertiefen und auch thematisch unsere Expertise zeigen. Unser Tätigkeitsfeld hat sich in den vergangenen Jahren von Grund auf geändert. Das technische Know- How hat sich im Kreativbereich potenziert. Und es wächst stetig weiter.
Dem müssen wir Rechnung tragen und als Branchenvertretung unseren Mitgliedern mehr bieten.

Wie konkret?
Dazu gibt es Möglichkeiten wie ganz einfach der Besuch von Fachkonferenzen (Start dazu ist die OMX Salzburg, Infos zur „Bildungsreise der FG sind im nächsten Newsletter der Fachgruppe), oder auch Think Tanks, mit denen wir in den nächsten Wochen starten bis hin zu Experten-Schulungen in Kurzform- denn wir sind alle so eingedeckt, dass wir keine Zeit für Leerläufe haben wollen.
Und natürlich werden die Ergebnisse aus den Think Tanks etc. öffentlich kommuniziert, damit wir in Spezialbereichen den Auftraggebern unser Expertise zeigen können. Und diese haben wir, wir brauchen ja nur unsere Agenturlandschaft anschauen, wie viele höchst professionelle Freelancer, Agenturen und „Nerds“ wir im Land haben.

Was sagst du zum Fachkräftemangel?
Es ist eine Tatsache, dass qualifizierte MitarbeiterInnen rar sind. Wir werben sie uns gegenseitig ab, was im Einzelfall ja nicht so schlimm ist, in Summe aber die Branche schwächt. Selbst die Einstiegsgehälter lassen sich mittlerweile nur mehr schwer monetarisieren. Ich bin ein Fan von guter Bezahlung, aber in unserem Fall ist das keine Lösung. Genauso, wie nur darüber zu jammern. Unsere Aufgabe ist es, Ausbildungsformen zu entwickeln, die in Zukunft maßgeschneiderte Fachkräfte für unsere Anforderungen hervorbringen werden. Das reicht von WIFI-Kursen über HTLs bis hin zur FH. Auch hier gilt: Inputs aus der Branche welcome!

Und das alles macht ihr im Ausschuss?
Schon allein der Begriff „Ausschuss“ tut ja eigentlich weh, und zeigt diese „Parallelwelt“, die in einigen Bereichen scheinbar existiert. Wir sind kein „Ausschuss“ der Branche, sondern KollegInnen aus der Kreativwirtschaft, die sich für unsere Branche engagieren. Und wir werden die Mitarbeit von BranchenkollegInnen fördern und einfordern. Gelegenheiten dazu werden wir bieten. Neben den schon erwähnten Ideen werden wir auch „offene Arbeitssitzungen“ machen- da kann jeder aus der Branche kommen, seine Ideen abladen und auch mitarbeiten.

Und warum sollen wir euch nun wählen?
Die Arbeit in der Fachgruppe funktioniert branchengetrieben, da sind parteipolitische Motivationen nicht spürbar. Was aber schon spürbar ist, dass wir als Wirtschaftsbund die Themen vorgeben können, und aufgrund unserer Vernetzung und Zugänge auch weiterbringen. Der Beweis dafür ist beispielsweise, dass unsere Vorschläge und Lösungsansätze von den anderen Gruppierungen meist einstimmig unterstützt werden.

Unsere Ziele:

1. Spezifische Ausbildung für Kreative forcieren. Wir benötigen punktgenaues Weiterbildungsangebot (auch in Kurzform) ebenso wie laufende Inputs zu laufenden Trends.
2. Weitere Intensivierung der Kommunikation mit den Ausbildungseinrichtungen, um auf die Kreativbranche zugeschnittene zukünftige MitarbeiterInnen aufzubauen.
3. Verbesserte Einbindung von Kreativleistungen in Förderprogramme
4. Rechtliche Beratung und Absicherung der BranchenkollegInnen (bspw. Cookie-Richtlinie, DSGVO etc.)
5. Meinungsbildung bei öffentlichen AuftraggeberInnen, um vom gelebten „Billigst-Bieter“- hin zum „Bestbieter“-Prinzip zu kommen

 

von Lisa Wendler

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