Mit der Industriestrategie Österreich 2035 liegt wieder ein klarer, langfristiger Rahmen für Industrie-, Innovations- und Standortpolitik vor. Aus Sicht des Wirtschaftsbundes Steiermark ist sie ein wichtiger Schritt, um Leistung, Investitionen und Zuversicht am Standort Österreich – und besonders in der Steiermark – zu stärken. Das Ziel ist eindeutig: Österreich soll bis 2035 wieder zu den zehn wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften weltweit zählen. Für die Steiermark als industrielle Kernregion bedeutet das sichere Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Zukunftsperspektiven.
Die Strategie reagiert auf zentrale Probleme, mit denen steirische Betriebe täglich konfrontiert sind: hohe Energiepreise, zunehmenden internationalen Wettbewerbsdruck, Fachkräftemangel, lange Genehmigungsverfahren und hohe bürokratische Belastungen. Positiv ist, dass diese Herausforderungen klar benannt werden und Leistung sowie Wettbewerbsfähigkeit wieder in den Mittelpunkt rücken.
Die sechs Schwerpunkte der Industriestrategie
Die Industriestrategie bündelt ihre Ausrichtung in sechs klaren Schwerpunkten, die aus unserer Sicht besonders relevant für die Steiermark sind:
Erstens die Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit durch bessere Rahmenbedingungen für Investitionen und Unternehmertum. Zweitens die aktive Einbettung Österreichs in ein handlungsfähiges Europa, um Industriepolitik europäisch abzusichern. Drittens die Steigerung von Leistungs- und Innovationsfähigkeit, insbesondere durch die gezielte Förderung von Schlüsseltechnologien. Viertens der Ausbau der wirtschaftlichen Resilienz, etwa durch sichere Energieversorgung und robuste Wertschöpfungsketten. Fünftens die Förderung nachhaltiger und zirkulärer industrieller Produktion als Wettbewerbsfaktor. Und sechstens die gezielte Entwicklung des Fachkräftepotenzials, von der Lehre bis zur qualifizierten Zuwanderung.
Gerade die starke Technologieorientierung der Strategie passt gut zur Steiermark. Viele der priorisierten Zukunftsfelder – von Produktionstechnologien über Mobilität, neue Werkstoffe bis hin zu Energie- und Umwelttechnik – sind steirische Stärken. Die Bündelung von Förderungen, Forschung und Innovationsnetzwerken stärkt bestehende Cluster und beschleunigt den Weg von der Idee in den Markt.
Ein zentrales Standortthema bleibt die Energie. Leistbare und planbare Energiepreise sind Voraussetzung für industrielle Investitionen. Die vorgesehenen Maßnahmen, etwa ein langfristig angelegter Industriestrompreis sowie der Ausbau von Netzen, Speichern und Erzeugungskapazitäten, sind daher aus steirischer Sicht besonders wichtig.
Ebenso entscheidend ist die Fachkräftefrage. Der Fokus auf die Lehre als Fundament der Industrie, neue Berufsbilder entlang von Zukunftstechnologien sowie bessere Qualifizierungs- und Zuwanderungsmodelle sind richtige Schritte, um Betriebe nachhaltig zu entlasten.
Die Industriestrategie enthält viele richtige Ansätze. Für den Wirtschaftsbund Steiermark ist jedoch klar: Maßgeblich ist die Umsetzung. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass die Maßnahmen rasch, praxisnah und standortgerecht realisiert werden – im Interesse der steirischen Betriebe und der regionalen Wertschöpfung.
„Die Industriestrategie 2035 setzt wichtige Signale für Leistung, Wettbewerb und Investitionssicherheit. Für die Steiermark als starkes Industrieland ist entscheidend, dass leistbare Energie, schnellere Verfahren und eine klare Technologieorientierung jetzt auch rasch in die Umsetzung kommen. Der Wirtschaftsbund Steiermark wird diesen Prozess aktiv begleiten und die Anliegen der Betriebe mit Nachdruck einbringen.“, so Jochen Pack, Direktor Wirtschaftsbund Steiermark.
Hier finden Sie die vollständige Industriestrategie Österreich 2035 mit allen Zielen, Maßnahmen und Schwerpunkten im Überblick: