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Aktuelles aus der Forst- und Holzindustrie

Die Forst- und Holzindustrie leidet an der schwachen Baukonjunktur. Im letzten Jahr musste man große Verluste beim Umsatz für den In- und Ausland Verkauf einstecken.  

In der Branche geht es aber um viel. In der gesamten EU werden 527 Milliarden Euro Wertschöpfung aus dem Forst- und Holzgewerbe erwirtschaftet. In Österreich selbst liegt die Wertschöpfung bei 17 Milliarden Euro und allein in der Steiermark werden knapp 47.300 Jobs durch die Holzwirtschaft gesichert und eine Bruttowertschöpfung von 3,2 Milliarden Euro erreicht.  

Die Branche ist also aus unserer heimischen Wirtschaft nicht wegzudenken, das weiß auch Landesinnungsmeister Oskar Beer: 

„Der Steirische Holzbau hat durch seine regionale Stärke, die perfekte Ausbildung der Mitarbeiter und die handwerklich hohe Ausführung der Objekte auch in gesamtwirtschaftlich schwierigen Zeiten das Potential die Arbeitsplätze zu erhalten und genügend Aufträge in den Bereichen Nachverdichtung, Revitalisierung, Neubau und Umbau zu bekommen.“ 

Die Forst- und Holzbetriebe blicken also trotz der schlechten Zahlen mit Zuversicht in die Zukunft. Wenn die richtigen Maßnahmen getroffen werden, kann man den wirtschaftlichen Aufschwung einleiten. Das Bauen muss dafür wieder leistbarer werden, egal, ob es um Neubau, Zubau oder Sanierung geht.  

Statt die Wohnraumflächen immer weiter zu reduzieren, sollten die Gesetze des weiteren entschärft werden und das Baurecht so gestallte, dass die Industrie dadurch einen spürbaren Aufschwung mitbekommt.  

In Zeiten des Klimawandels bietet Holz auch den perfekten Baustoff, mit kurzen Transportwegen entsteht eine Art “zweiter Wald” und das CO2 wird so regelrecht in den eigenen vier Wänden gespeichert. Die Branche wünscht sich daher eine großangelegte Holzbau-Offensive. “Die ganze Welt wechselt aus Gründen des Klimaschutzes zum großvolumigen Holzbau – Österreich darf nicht hinterherhinken, ”, wie Landesinnungsmeister-Stellvertreter Engelbert Schrempf beschreibt. 

Die Steiermark hat bereits in der Vergangenheit Schritte gesetzt, um den nachhaltigen Holzbau attraktiv für die breite Gesellschaft zu machen.  Durch die Änderung des Waldfondsgesetz zum Beispiel können nun Bauprojekte mit mindestens 400 m² Netto-Grundfläche, höher als zwei Geschossen und mit mehr als drei Wohneinheiten zusätzlich mit „CO2-Bonus“ aus dem Waldfonds gefördert werden. Der geförderte Wohnbau setzt dadurch vermehr auf die heimischen Betriebe und auf das steirische Holz.  Aktuelle Zahlen dazu? 33 Prozent der geförderten Wohnbauten werden mit Holz gebaut, in der gesamten EU sucht man so einen vergleichbaren Wert vergeblich.  

Schritte und Aktionen wie diese lassen die gesamte Forst- und Holzindustrie mit gutem Gewissen in die Zukunft blicken. 

“Die Holzbaubranche ist gut aufgestellt und bereit, die Herausforderungen der Gegenwart zu meistern und die Chancen der Zukunft zu nutzen. Durch Zusammenhalt, Innovation und gezielte Maßnahmen können wir die Holzbauweise in Österreich weiter stärken und einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz leisten”, so Schrempf. 

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