Mit dem umfassenden Entbürokratisierungspaket setzt die Bundesregierung ein starkes Zeichen für die heimische Wirtschaft: 113 konkrete Maßnahmen werden künftig Verfahren beschleunigen, Dokumentationspflichten reduzieren und Unternehmen in allen Lebenslagen entlasten. Was jahrzehntelang gefordert wurde, wird jetzt systematisch umgesetzt – und das mit klarer Handschrift: mehr Freiheit, weniger Auflagen und ein moderner Staat, der Ermöglicher statt Verhinderer ist.
Einer der zentralen Fortschritte liegt in der deutlichen Beschleunigung von Genehmigungsverfahren. Durch die Integration der Baugenehmigung in das Betriebsanlagenverfahren gilt künftig „ein Projekt, ein Verfahren, ein Bescheid“. Dazu kommen digitalisierte Akten, modernisierte Großverfahren und neue Sachverständigenpools, die lange Wartezeiten vermeiden und Entscheidungsprozesse straffen. Für Betriebe bedeutet das Planungssicherheit, kürzere Investitionszyklen und geringere Kosten.
Auch im Alltag vieler Unternehmen wird die Reform spürbar: Kollektivverträge müssen nicht mehr in Papierform im Betrieb aufliegen, Bankgeschäfte laufen durch digitale Einlegerinformationen einfacher und schneller, und ein digitales Konsulat sorgt für effizientere Beglaubigungen und Visa-Prozesse für Beschäftigte im Ausland. Mit einer einheitlichen Energieausweis-Datenbank wird zudem ein Bereich modernisiert, der bisher durch Doppelstrukturen und ineffiziente Abläufe geprägt war.
Besonders weitreichend ist die Digitalisierung der Steuer- und Abgabenprozesse. Der neue SAF-T-Standard bringt eine modernisierte Form der Betriebsprüfung mit sich, die langfristig zu weniger Aufwand und schnelleren Abläufen führt. Ebenso wichtig für international tätige Unternehmen: Klare Regeln zum Betriebsstättenbegriff schaffen Rechtssicherheit, wenn Mitarbeitende im Ausland im Homeoffice arbeiten. Ergänzend dazu sorgt die Reform der Gebührenlandschaft für mehr Übersichtlichkeit und Planbarkeit – ein Bereich, der gerade für kleinere Betriebe bisher oft schwer durchschaubar war.
Auch das Fördersystem wird einer grundlegenden Modernisierung unterzogen: Neben dem geplanten One-Stop-Shop für Förderungen werden eine Bundesförderstrategie und eine Förder-Task-Force für einheitliche Standards, transparente Prozesse und weniger Abrechnungsaufwand sorgen. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen profitieren davon, wenn sie sich nicht mehr durch eine Vielzahl unterschiedlicher Richtlinien arbeiten müssen.
Im Arbeitnehmerschutz werden Dokumentationspflichten gestrafft und digitalisiert, Doppelprüfungen reduziert und eine klarere Prüfpraxis etabliert. Der Grundsatz „Beraten statt Strafen“ wird im Vollzug gestärkt – eine wichtige Botschaft für Betriebe, die sich an Regeln halten, aber oft unter unverhältnismäßiger Bürokratie leiden. Gleichzeitig wird mit der Verlängerung der Grace Period von drei auf fünf Jahre ein wichtiges Anliegen der Familienbetriebe umgesetzt: Nachfolgen werden einfacher und rechtlich berechenbarer.
Nicht zuletzt enthält das Paket wesentliche Impulse für innovative Branchen. Mit dem Aktivierungswahlrecht für selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte können Start-ups und forschungsintensive Unternehmen künftig eigene Entwicklungen in der Bilanz abbilden – ein wichtiger Schritt, um Finanzierung und Wachstum zu erleichtern.
WB-Direktor Jochen Pack betont:
„Dieses Paket bringt Entlastungen dort, wo sie für unsere Betriebe wirklich spürbar sind: bei den Genehmigungszeiten, der Dokumentationsbürokratie und den täglichen Wegen durch die Verwaltung. Für Österreichs Unternehmerinnen und Unternehmer bedeutet das mehr Freiheit für das, was sie am besten können – Wertschöpfung schaffen. Zugleich ist klar: Das ist erst der Anfang. Wir werden konsequent darauf achten, dass dieser Entbürokratisierungskurs fortgesetzt wird.“
Mit den 113 Maßnahmen wird ein Reformschub eingeleitet, der das Verhältnis zwischen Staat und Wirtschaft grundlegend modernisieren kann. Der Wirtschaftsbund wird diesen Prozess aktiv begleiten – mit klarer Haltung, konkreten Vorschlägen und dem Ziel, dass Österreich ein Standort bleibt, an dem Unternehmergeist nicht durch Bürokratie gebremst, sondern durch gute Rahmenbedingungen unterstützt wird.