Reform der PV-Förderung: Ende der Förder-Lotterie ab 2027
Die Photovoltaik-Förderung in Österreich wird ab 2027 grundlegend neu gestaltet. Hintergrund sind die Erfahrungen der vergangenen Fördercalls, bei denen das Interesse der Bevölkerung sämtliche Erwartungen übertroffen hat.
Besonders deutlich wurde die Problematik beim jüngsten Fördercall: Der Fördertopf war bereits nach 33 Sekunden ausgeschöpft. Von rund 28.000 eingegangenen Anträgen konnten lediglich etwa 3.000 berücksichtigt werden.
Die Bundesregierung reagiert nun auf diese Entwicklung und stellt die Förderung von einer reinen Ausbauförderung auf eine moderne Systemförderung um.
Warum die PV-Förderung reformiert wird
Der Ausbau der Photovoltaik zählt zu den größten Erfolgsprojekten der österreichischen Energiewende. Immer mehr Haushalte und Betriebe investieren in die eigene Stromproduktion und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zum Klimaschutz.
Gleichzeitig hat die enorme Nachfrage die Grenzen des bisherigen Fördersystems offengelegt. Wer eine Förderung erhalten wollte, musste oft innerhalb weniger Sekunden nach Öffnung eines Fördercalls seinen Antrag einreichen. Für viele Interessierte wurde die Vergabe dadurch zu einem Wettlauf gegen die Zeit.
Für Antragsteller, Installationsbetriebe und Energieberater bedeutete das erhebliche Unsicherheit bei der Planung von Projekten und Investitionen.
Das ändert sich bei der PV-Förderung ab 2027
Fokus auf Stromspeicher statt reine PV-Anlagen
Die Förderung wird künftig verstärkt auf Batteriespeicher ausgerichtet. Gefördert werden sollen sowohl Speichersysteme bei neuen Photovoltaikanlagen als auch die Nachrüstung bestehender Anlagen.
Dadurch kann überschüssiger Sonnenstrom gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden. Das erhöht die Eigenverbrauchsquote und reduziert die Belastung des Stromnetzes.
Intelligentes Energiemanagement wird Voraussetzung
Eine zentrale Rolle spielt künftig das intelligente Energiemanagement. Förderungen sollen nur mehr dort gewährt werden, wo Speicher und Steuerungssysteme optimal zusammenarbeiten.
Dadurch kann Strom automatisch dann gespeichert, verbraucht oder eingespeist werden, wenn es wirtschaftlich und energietechnisch sinnvoll ist.
Kontinuierliche Antragstellung statt Fördercalls
Einer der größten Kritikpunkte am bisherigen System waren die kurzfristigen Fördercalls. Künftig soll ein laufendes, antragsbasiertes Fördermodell eingeführt werden.
Die neue Regelung schafft somit mehr Planungssicherheit und vermeidet den Wettbewerb um Fördermittel innerhalb weniger Sekunden.
Stärkung der europäischen Wertschöpfung
Ein weiteres Ziel der Reform ist die Förderung europäischer Technologien. Bei neuen Speichersystemen in Verbindung mit neuen PV-Anlagen soll künftig ein in Europa produzierter Wechselrichter verpflichtend sein.
Dadurch sollen europäische Hersteller gestärkt und die technologische Unabhängigkeit Europas erhöht werden.
Mehr Versorgungssicherheit und effizientere Energienutzung
Die Neuausrichtung der PV-Förderung markiert einen wichtigen Schritt in Richtung eines modernen und intelligenten Energiesystems. Statt ausschließlich auf den Ausbau von Photovoltaikanlagen zu setzen, rücken Speicherung, Netzstabilität und intelligente Steuerung in den Mittelpunkt.
Für Haushalte und Betriebe bedeutet das künftig mehr Flexibilität, bessere Nutzung des selbst erzeugten Stroms und eine langfristig stabilere Energieversorgung.
[Quellen: ORF | IMagazin | KLZ]