Die Aktivpension ist eines der zentralen Reformprojekte der Bundesregierung, um dem demografischen Wandel und dem steigenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Ziel ist es, ältere Menschen länger im Erwerbsleben zu halten und gleichzeitig finanzielle Anreize zu schaffen. Besonders relevant: Auch Selbstständige profitieren erstmals umfassend von den neuen Regelungen.
Wie die Aktivpension funktioniert, welche Vorteile sie bietet und warum sie sowohl für Unternehmer:innen als auch Arbeitnehmer:innen eine attraktive Option darstellt erfährst du jetzt:
Was ist die Aktivpension?
Die Aktivpension ist ein Maßnahmenpaket, das ab 2027 schrittweise umgesetzt wird. Es soll Menschen im Pensionsalter motivieren, weiterhin beruflich aktiv zu bleiben, sei es durch Aufschub der Pension oder durch Zuverdienst.
Die drei zentralen Ziele:
- Mehr ältere Menschen im Arbeitsmarkt halten
- Erfahrung und Fachwissen besser nutzen
- Das Pensionssystem langfristig stabilisieren
Für die Umsetzung sind jährlich rund 470 Millionen Euro vorgesehen. Eine Evaluierung ist für das Jahr 2030 geplant.
Steuerliche Vorteile: Bis zu 15.000 € zusätzlich steuerfrei
Ein Kernstück der Aktivpension ist der neue Aktivitätsfreibetrag:
- Bis zu 15.000 € jährlich steuerfrei
- Gilt zusätzlich zur regulären Einkommenssteuer-Tarifgrenze
- Für Selbstständige und Arbeitnehmer:innen gleichermaßen
Das bedeutet konkret: Wer im Pensionsalter weiterarbeitet, kann einen erheblichen Teil seines Einkommens steuerfrei behalten.
Voraussetzungen für den Freibetrag
Um den Aktivitätsfreibetrag nutzen zu können, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:
- Erreichen des Regelpensionsalters
- Entweder:
- Aufschub der Pension, oder
- Zuverdienst zur Pension bei ausreichenden Versicherungsmonaten
Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Angleichung des Pensionsalters von Männern und Frauen wird bis 2033 abgeschlossen.
Sozialversicherung: Weniger Abgaben, mehr Netto
Neben steuerlichen Vorteilen bringt die Aktivpension auch Verbesserungen bei den Sozialversicherungsbeiträgen:
- Keine Pensionsversicherungsbeiträge mehr für Arbeitnehmer:innen
- Arbeitgeberbeiträge bleiben unverändert
- Erhöhung der Pensionskontogutschrift bei aufgeschobenem Pensionsantritt
- Wegfall der Höherversicherung
Das führt insgesamt zu einem höheren Nettoeinkommen für arbeitende Pensionist:innen
Durchbruch für Selbstständige
Ein besonders bedeutender Aspekt der Reform ist die Einbeziehung von Selbstständigen. Diese waren bisher oft benachteiligt, profitieren nun aber ebenfalls vom Aktivitätsfreibetrag.
Die Ausweitung ist ein wichtiger Erfolg, dank des vehementen Einsatzes des Wirtschaftsbund. Damit wird ein klares Signal gesetzt:
- Gleichbehandlung von Selbstständigen und Arbeitnehmer:innen
- Stärkung des Unternehmertums im Alter
- Bessere Nutzung von Erfahrung und Know-how
Informationsoffensive für Betriebe
Ab Herbst 2026 werden Unternehmen aktiv informiert, insbesondere wenn sie wenige ältere Mitarbeitende beschäftigen. Fokus liegt auf der Altersgruppe 60 bis 64 Jahre.
Ausbau des AMS-Angebots
- +100 Millionen Euro jährlich ab 2027
- Schwerpunkt auf:
- Wiedereinstieg
- Qualifizierung
- Förderung älterer Arbeitskräfte
Warum die Aktivpension wichtig ist
Die Aktivpension ist mehr als nur eine steuerliche Maßnahme. Sie ist ein strategischer Schritt zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts:
- Bekämpfung des Fachkräftemangels
- Entlastung des Pensionssystems
- Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Betrieben
Erfahrene Arbeitskräfte bleiben länger aktiv und geben ihr Wissen weiter. Ein klarer Vorteil für Unternehmen und die gesamte Wirtschaft. Die Aktivpension schafft erstmals spürbare finanzielle Anreize, um auch im Alter beruflich aktiv zu bleiben. Besonders die Kombination aus Steuererleichterungen, geringeren Sozialabgaben und der Einbeziehung von Selbstständigen macht das Modell attraktiv. Damit setzt Österreich einen wichtigen Schritt in Richtung eines modernen und leistungsorientierten Pensionssystems.