Platz 3 bei Steuer- und Abgabenquote: Kein Grund zur Freude

Leider ist Österreich bei der Steuer- und Abgabenquote in der Europäischen Union einer der „Spitzenreiter“. Mit einer beachtlichen Quote von 43,6 Prozent im Jahr 2022 befindet sich unser Land, hinter Frankreich und Belgien, auf dem unrühmlichen dritten Platz. Dies stellt eine Verschlechterung um zwei Plätze dar, verglichen mit unserer Position im Vorpandemiejahr 2019. 

Im Gegensatz dazu trumpft Irland als positives Vorbild auf. Dort macht die Steuer- und Abgabenquote gerade mal 21,7 % des BIP aus. Sogar Schweden, das traditionell als Hochsteuerland gilt, liegt mit einer Steuerquote von 42,4 % besser als wir. 

Abgabenquote: Leistung wird nicht belohnt 

Es ist bemerkenswert, dass in Österreich insbesondere die Besteuerung von Arbeit im internationalen Vergleich sehr hoch angesiedelt ist. Diese hohe steuerliche Belastung der Arbeit hat negative Auswirkungen auf das Arbeitskräfteangebot und die Arbeitsnachfrage.  

Eine hohe Besteuerung des Einkommens hat zur Folge, dass die Motivation, einer Erwerbstätigkeit, insbesondere einer Vollzeiterwerbstätigkeit, nachzugehen, sinkt und gleichzeitig die Personalkosten für Unternehmen steigen. Bisherige Maßnahmen der Bundesregierung, wie die Abschaffung der kalten Progression und die Reduzierung des Körperschaftsteuersatzes im Rahmen der ökosozialen Steuerreform, waren erste wichtige Schritte in die richtige Richtung. Doch um im Wettbewerb um Investitionen und Talente konkurrenzfähig zu bleiben, müssen noch viele weitere Maßnahmen folgen. 

Das Hauptaugenmerk liegt auf der Reduzierung der Steuerlast für Unternehmen und Beschäftigte, um Österreich auf dem internationalen Markt attraktiver zu machen. Daher sind Anpassungen im Einkommensteuersystem, Einbeziehung eines effektiven Verlustrücktrags im Dauerrecht, Verbesserungen beim Investitionsfreibetrag sowie zusätzliche Lohnnebenkostensenkungen und eine nochmals stärkere Reduzierung des Körperschaftsteuersatzes notwendig. 

Weckruf zur Erhaltung des Wirtschaftsstandorts 

Unsere Steuerlast hat einen beträchtlichen Einfluss auf unser Ansehen als Wirtschaftsstandort. Daher ist es essenziell, die Steuer- und Abgabenquote zu senken, um Österreich für Unternehmen und Beschäftigte weiterhin attraktiv zu halten. Es steht viel auf dem Spiel und wir sind aufgefordert, notwendige Maßnahmen zu ergreifen. 

Aus Sicht des Wirtschaftsbund Steiermark ist die Umsetzung von Maßnahmen, welche sowohl Leistungsanreize als auch die Abkehr von leistungshemmenden Faktoren umfassen, ein notwendiger Schritt, damit mehr Leistung belohnt wird: 

  • Steuerliche Anreize zur Attraktivierung der Vollzeitarbeit  
  • Senkung der Lohnnebenkosten  
  • Anreize für ein längeres Arbeiten im Alter  

Es bleibt zu hoffen, dass dieser Weckruf nicht überhört wird. 

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