Pressemitteilung

Laibach hebt ab, Graz zahlt drauf: Flugabgabe muss runter

Während Flughäfen in den Nachbarländern neue Verbindungen gewinnen und ihre Passagierzahlen deutlich steigern, verliert Österreich Flugangebote. Der Wirtschaftsbund unterstützt die jüngste Forderung von Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom die Flugabgabe zu senken ausdrücklich und fordert Finanzminister Markus Marterbauer auf, hier rasch zu handeln.

„180 Millionen Euro Einnahmen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, was Österreich und die Steiermark dadurch an anderer Stelle verlieren. Österreich zählt zu den wenigen EU-Staaten, die eine Flugabgabe einheben. 19 EU-Mitgliedstaaten, darunter unsere Nachbarländer Slowenien, Slowakei und Ungarn, verzichten darauf. Der Finanzminister hat einen wesentlichen Hebel selbst in der Hand: Die Flugabgabe muss runter“, betont der steirische Wirtschaftsbund-Obmann Josef Herk.

Nachbarländer ziehen Österreich davon

Besonders deutlich wird die unterschiedliche Entwicklung im Vergleich zu Flughäfen in Ländern ohne nationale Flugabgabe: Der Flughafen Bratislava verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 einen Passagierzuwachs von 123 Prozent, Ljubljana legte um 15 Prozent zu. Mit dem Direktflug von Laibach nach New York wird Laibach weiter wachsen. Gleichzeitig waren die Passagierzahlen in Graz rückläufig. Die Verbindung Graz–Wien wird mit Ende Oktober eingestellt und Eurowings hat das in Graz stationierte Flugzeug abgezogen. Für Abflüge aus Österreich beträgt die Flugabgabe derzeit grundsätzlich 12 Euro pro Passagier. Bei Strecken unter 350 Kilometern sind es 30 Euro. Für einen Regionalflughafen wie Graz fällt diese Belastung besonders ins Gewicht, weil Airlines ihre Flugzeuge und Strecken zunehmend dort einsetzen, wo sie wirtschaftlich bessere Bedingungen vorfinden.

„Die Steiermark lebt vom Export, von Forschung und international tätigen Unternehmen. Dafür brauchen wir schnelle Verbindungen zu Kunden, Märkten und Partnern. Wenn wir beim Flughafen Graz an Wettbewerbsfähigkeit verlieren, verliert der gesamte Wirtschaftsstandort. Deshalb unterstützen wir Manuela Khom klar: Die Die Flugabgabe muss sinken“, so Obmann Präsident Josef Herk.

Koralmbahn und Flughafen gemeinsam denken

Mit der Koralmbahn entsteht eine zentrale Mobilitätsachse für den Süden Österreichs. Eine direkte Anbindung des Flughafens Graz an das hochrangige Bahnnetz würde seinen Einzugsbereich vergrößern und Schiene und Flugverkehr sinnvoll miteinander verknüpfen. „Für die Steiermark geht es nicht um einen Gegensatz zwischen Bahn und Flugzeug. Entscheidend ist, dass wir die internationale Erreichbarkeit unseres Wirtschaftsstandortes insgesamt stärken. Dafür müssen wir alle Verkehrsträger zusammendenken und unsere Infrastruktur bestmöglich miteinander verbinden“, betont Wirtschaftsbund-Obmann Präsident Josef Herk.

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