Die geplante Lkw-Maut auf burgenländischen Landesstraßen ist vom Tisch. Nach deutlicher Kritik aus der Wirtschaft haben sich das Land Burgenland und die Wirtschaftskammer auf ein alternatives Maßnahmenpaket geeinigt. Wirtschaftsbund-Obmann Präsident Josef Herk sieht die konsequente Haltung gegen zusätzliche Belastungen bestätigt.
Die für 2027 geplante Lkw-Maut im Burgenland wird nicht umgesetzt. Nach Gesprächen zwischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und dem burgenländischen Wirtschaftskammer-Präsident Andreas Wirth nimmt das Land Abstand von der Einführung einer eigenen Benützungsgebühr auf Landesstraßen. Stattdessen soll überregionaler Transitverkehr stärker auf das hochrangige Straßennetz gelenkt und Ausweichverkehr durch Tonnagebeschränkungen und Fahrverbote verhindert werden. Der regionale Ziel- und Quellverkehr soll von den Maßnahmen unberührt bleiben.
Herk: „Gegen neue Preistreiber und neue Belastungen“
Der Wirtschaftsbund hatte sich von Beginn an klar gegen zusätzliche Mautbelastungen ausgesprochen. Wirtschaftskammer-Steiermark-Präsident und Wirtschaftsbund-Obmann Josef Herk warnte vor höheren Transportkosten und zusätzlichen Belastungen für Betriebe und Konsumenten. Steirische Unternehmen sollten mautbedingte Mehrkosten bei Lieferungen ins Burgenland transparent als „Dosko-Aufschlag“ ausweisen. „Der Druck des Wirtschaftsbundes zeigt Wirkung. Gegen neue Preistreiber, gegen neue Abgaben und gegen neue Belastungen“, betont Herk anlässlich der nun erfolgten Absage.
Die Kritik richtete sich insbesondere gegen die Auswirkungen einer zusätzlichen Maut auf regionale Betriebe und die gesamte Wertschöpfungskette. Zusätzliche Transportkosten wären nicht bei den Frächtern geblieben, sondern hätten sich über Industrie, Gewerbe und Handel bis zu den Konsumenten ausgewirkt. Auch die Wirtschaftskammer Österreich wertet die Absage daher als wichtiges Signal für den Wirtschaftsstandort.
Entlastung statt neuer Gebühren
Für den Wirtschaftsbund bestätigt die Entscheidung die bisherige Linie: In einer wirtschaftlich herausfordernden Situation braucht es wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen, Planungssicherheit und Entlastung für die heimischen Unternehmen. Neue Gebühren und zusätzliche Kosten würden dagegen Betriebe und Standort weiter unter Druck setzen. Die Absage der Lkw-Maut ist daher ein wichtiges Signal: Regionale Versorgung sichern, Transit gezielt lenken und zusätzliche Belastungen für heimische Betriebe verhindern.