Vom Wirtschaftsparlament in den Landtag: Initiative zur Stärkung der Lehre wird politisch aufgegriffen
Die duale Ausbildung ist das Fundament der Fachkräftesicherung in der Steiermark. Umso erfreulicher ist es, dass ein Anliegen, das bereits im Juni im Wirtschaftsparlament der WKO Steiermark auf breite Zustimmung gestoßen ist, nun auch im Steirischen Landtag aufgegriffen wird.
Das Wirtschaftsparlament hat einen gemeinsamen Antrag aller Wählergruppen zur Absicherung und Weiterentwicklung der Lehrstellenförderung einstimmig beschlossen. Ziel ist es, Ausbildungsbetriebe nachhaltig zu stärken, die betriebliche Lehrausbildung abzusichern und damit den Fachkräftenachwuchs für die steirische Wirtschaft langfristig zu sichern.
Nun wird dieses Anliegen mit einem Antrag im Wirtschaftsausschuss des Steirischen Landtags weiterverfolgt. Damit findet eine zentrale Forderung der steirischen Wirtschaft Eingang in die Landespolitik.
Lehrlingszahlen auf historischem Tiefstand
Die aktuellen Zahlen zeigen den Handlungsbedarf deutlich. Ende 2025 wurden in der Steiermark nur noch 14.442 Lehrlinge gezählt. Das entspricht einem Rückgang von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und stellt den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen dar.
Besonders betroffen sind jene Bereiche, die das Rückgrat vieler steirischer Klein- und Mittelbetriebe bilden:
- Gewerbe und Handwerk: 6.391 Lehrlinge (-3,6 %)
- Handel: -7,0 %
- Industrie: ebenfalls rückläufige Lehrlingszahlen
Auch im ersten Lehrjahr setzte sich diese Entwicklung fort. Der Bestand sank auf 4.292 Lehrlinge, was einem Rückgang von 5,3 Prozent entspricht. Gleichzeitig entscheiden sich immer weniger junge Menschen für eine Lehre. Nur noch 37 Prozent der 15-Jährigen wählen diesen Ausbildungsweg.
Während die Zahl der Lehrlinge sinkt, bleibt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften in nahezu allen Branchen hoch.
Ausbildungsbetriebe leisten einen unverzichtbaren Beitrag
Steirische Ausbildungsbetriebe übernehmen tagtäglich Verantwortung für die nächste Generation von Fachkräften. Sie investieren Zeit, Know-how und finanzielle Ressourcen in die Ausbildung junger Menschen und schaffen damit die Grundlage für Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Wohlstand.
„Die duale Ausbildung ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den Wirtschaftsstandort Steiermark. Sie verbindet Praxis und Theorie und bringt genau jene Fachkräfte hervor, die unsere Betriebe brauchen. Wer junge Menschen ausbildet, übernimmt Verantwortung und verdient Unterstützung statt zusätzlicher Belastungen“, so LAbg. Martina Kaufmann und sagt weiter: „Angesichts sinkender Lehrlingszahlen müssen wir Lehrbetriebe finanziell entlasten und Förderungen einfacher zugänglich machen. Eine dauerhaft abgesicherte Basisförderung gibt den Betrieben Planungssicherheit. Ein entbürokratisiertes Fördersystem sorgt dafür, dass Unterstützung dort ankommt, wo ausgebildet wird.“
Starke Rahmenbedingungen für starke Lehrbetriebe
Der einstimmig beschlossene Antrag des Wirtschaftsparlaments fordert daher:
- die Sicherung und den Ausbau der Basisförderung für Lehrbetriebe,
- die Prüfung von Entlastungen bei den Lohnnebenkosten,
- eine praxisnahe Weiterentwicklung der Förderlogik,
- sowie langfristige und verlässliche Finanzierungsstrukturen für mehr Planungssicherheit.
Diese Forderungen bilden auch die Grundlage für den nun im Landtag eingebrachten Antrag.
Gemeinsames Ziel: Fachkräfte von morgen sichern
Dass das Anliegen zunächst von allen Wählergruppen im Wirtschaftsparlament mitgetragen und nun auch im Landtag aufgegriffen wird, zeigt die hohe Bedeutung der dualen Ausbildung für den Wirtschaftsstandort Steiermark.
Wer Fachkräfte von morgen sichern will, muss jene Betriebe stärken, die heute ausbilden. Deshalb braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, Planungssicherheit und eine konsequente Unterstützung der steirischen Ausbildungsbetriebe.
Denn Lehrlinge von heute sind die Fachkräfte von morgen.